Das Tal des Todes erwartet uns

Bei unserer Ankunft in Las Vegas war der Verkehr stellenweise schon sehr chaotisch. Also versuchen wir vor der Rush Hour, wann auch immer die beginnen mag, auf der Strasse zu sein. Wir stellen den Wecker auf halb sieben und wollen direkt nach dem Frühstück, so gegen halb acht auf der Straße sein.

So der Plan. Das Frühstück dauert schon mal etwas länger als normal. Der Großteil der Kellner beginnt wohl erst um sieben zu arbeiten, so das sich alles ein wenig hinzieht. Also schnell aufs Zimmer, Video Checkout gibt es auch hier. Zeug gepackt, ab ins Auto, wo ist denn meine Sonnenbrille? Sicher im Rucksack – alles durchsucht – nein da ist es nicht. Sind wohl mit beginnendem Alter, die ersten Anzeichen von Alzheimer oder so. Wann habe ich die zum letzten Mal gehabt? Keine Ahnung – so langsam wird alles ein bisschen hektisch. Vielleicht in der Laptoptasche – nein natürlich nicht. Auf dem Zimmer vielleicht? Kann nur noch da sein. Ab an die Rezeption, erklärt das wir was auf dem Zimmer vergessen haben. Zimmer auf, was liegt da? Genau nicht meine Sonnenbrille, sondern unser Ordner mit den ganzen Hotelbestätigungen, Eintrittskarten und Rückflugtickets. Schock und Erleichterung gleichzeitig. Immerhin haben wir die Sachen, auch wenn wir sie erstmal noch gar nicht vermisst haben. Also wieder ans Auto.

Ach dann ist die Sonnenbrille sicher im Koffer. Da es immer später wurde, fahren wir erstmal aus der Stadt und wollen beim Zwischenstopp beim Walmart, mal im Koffer nachsehen.

Am Walmart angekommen, stelle ich meinen Koffer mindestens zweimal komplett auf den Kopf – natürlich nichts. Gehen wir halt im Walmart eine kaufen, die ich über meine normale Brille ziehen kann. „Hast Du sie vielleicht in der Hand gehabt, als uns der Angestellte wegen dem Parklplatz angesprochen hat?“ Oh das kann sein, dann zum gefühlten zehnten Mal hinten auf der Rückbank alles umgedreht und was ist da? Ja – meine Sonnenbrille, brav und unschuldig liegt sie da. Story of the day, denkt ihr? Nö wartet es ab…

Death Valley immer auf den Tank achten, so liest man überall. Also voll getankt – und los gehts. Vorbei an einem Gefängniskomplex mitten in der Wüste Nevadas nähern wir uns dem Tal des Todes. Die Temperatur steigt immer mehr – auf einer Militärbasis sehen wir eine Tankstelle. Unser Tank ist noch 3/4 voll – tanken wir lieber nochmal voll. Die Zapfsäule ist nicht mehr wirklich die neuste. Direkt mit Kreditkarte zahlen ist da noch nicht. Rein in die Tankstelle. Die nette Angestellte meint innen nur Vorauszahlung für wieviel ich tanken will. 10$ meine ich. Also raus, Zapfhahn genommen in den Tank – nichts passiert. Es steht immerhin in Laufschrift „10$ Prepaid“ auf der Anzeige. Also nochmal, ne immer noch nicht. Also nochmal rein. Nett grinsen, hm geht nicht. Die Angestellte meint, Zapfhahn raus, dann irgendso ein Hebel drücken oder so, verstehe ich.

Ah okay – raus Zapfhahn genommen nur wo ist da jetzt ein Hebel oder sowas. Am Zapfhahn vielleicht? Da ist so ein Ding – ach ne das ist nur der Feststeller. Trotzdem mal dran gezogen und gedrückt – nix passiert. Wir waren so auf unsere Aufgabe konzentriert, dass wir nicht bemerkt haben, das noch ein weiteres Auto auf die Tanke gefahren ist. Wir hören auf einmal, sie meinte irgendwas von einem Hebel…drehen uns um und sehen ein Ehepaar am Auto. Auch bei denen kommt kein Sprit – die Angestellte ist mittlerweile aus dem Laden gekommen und geht zu dem Ehepaar. Leicht genervt, entnimmt sie den Zapfhahn und legt an der Säule so einen Hebel um – ah das meinte sie. Okay zurück zu unserer Säule, das gleiche gemacht – nichts! Dafür steht auf der Anzeige „Pump broke down“ – klasse was ist denn jetzt los. Verzweifelt bin ich auf dem Weg nach innen. Die Angestellte begegnet mir und meint „Die Säule sei kaputt, wir sollen eine vor fahren“. Machen wir und siehe da – es fließt Sprit, der später noch sehr wichtig wird. Hier ist sie – Story of the day.

Bei Hinweisschildern auf Area 51 gehts ab in das Tal des Todes

Zuerst ein Blick von oben auf das was uns erwartet – Blick von Dantes View

Von 1661 Metern geht es auf – 84 Meter (das ist ein Minus ja), zu Devils Golf Course

weiter zum tiefsten und heissesten Punkt – dem Badwater Basin. Mit -85,5Meter und 110Grad Fahrenheit

Beeindruckendes Farbenspiel auf dem Artist Drive

Langsam wird es spät und wir machen uns auf den Weg, raus aus dem Death Valley. Auf dem Weg geht es vorbei an den Mesquite Flats

Der Tank ist noch knapp 3/4 voll – gut soll wohl reichen. Es geht in Richtung des heutigen Tagesziels Ridgecrest. Wir fahren ohne auch nur auf einen Menschen oder eine Siedlung oder ähnliches zu treffen. Der Tank wird auch immer leerer. Als der Tank nur noch viertel voll ist und das Navi noch 80km bis zum Ziel ansagt, beginnen wir nervös zu werden. Zum Glück haben wir auf der Militärbasis getankt, sonst wären wir jetzt mitten im nirgendwo ohne Sprit liegen geblieben. Gefunden hätte uns da niemand.

Dann auf einmal eine „Stadt“, Trona. Ist laut google, eine Bergbausiedlung mit 2700 Einwohnern die wohl gerne mal die ein oder andere Droge einschmeissen. So sieht es da auch aus. Blechhütte an Blechhütte, nicht wirklich einladend – aber siehe da eine Tankstelle. Also aufgetankt und ab aus der Stadt, wir befürchten für Ridgecrest das schlimmste.

Ridgecrest ist jetzt keine Traumstadt, aber es gibt richtige Häuser und auch Läden und einen Denny’s, im dem wir nach dem einchecken zu abend essen.

Spät ist es heute geworden. Das Motel ist ein typisch amerikanisches Motel, welches auch für den Film Psycho Pate hätte stehen können.

Das Zimmer ist für eine Nacht und den Preis von 38,-€/Nacht okay. Das Motel wirbt mit dem Slogan „Luxury for less“ nunja etwas übertrieben, „Less Luxury“ würde besser passen, aber seht selbst

Stay tuned

Bernd

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